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Check24 muss beraten! 250.000 Euro Strafe bei Verstoß

Check24 muss beraten! 250.000 Euro Strafe bei Verstoß

Geschrieben am: 09-04-2017

die Nachricht der letzten Woche kommt einer Sensation gleich – der Bundesverband der Versicherungskaufleute e.V. (BVK) hat sich im Prozess gegen Check24 (hier – unsere früheren Berichte) vor dem Oberlandesgericht München in fast allen Punkten durchgesetzt. Der Prozess ging über zwei Instanzen, das Gericht hat eine Revision ausgeschlossen. Damit haben weder Prozessbeobachter, noch die beteiligten Parteien selber gerechnet. Nach der weichen Entscheidung der Vorinstanz hat sich Check24 vor dem Prozessbeginn absolut siegessicher gezeigt. Doch es kam für das vom BVK-Präsident Michael Heinz auf den Namen „Verkaufsmaschine“ getauftes Vergleichsportal ganz anders.

Der vorsitzende Richter am Oberlandesgericht München machte mit seiner Urteilsverkündung deutlich, dass Online-Anbieter bei der Beratung und beim Verkauf von Versicherungsprodukten ausnahmslos den gleichen Anforderungen genügen müssen wie konventionelle Versicherungsvermittler. Unter Anderem muss sich Check24 in der Zukunft seinen Kunden gegenüber gleich beim Erstkontakt in deutlicher Form als Makler zu erkennen geben, der Provisionen von Versicherungsgesellschaften kassiert. Zudem muss Check24 künftig wesentlich mehr Informationen über die Interessenten und ihre Bedürfnisse einholen, bevor das Vergleichsportal eine Produktempfehlung abgibt. Darüber hinaus wird Check24 seine Kunden besser informieren und umfassend beraten müssen. Bei Verstößen drohen Strafen von je 250.000,- Euro.

Die Prozessbeobachter sprechen von einem deutlichen Sieg für den Verbraucherschutz auf der ganzen Linie. Der BVK-Präsident Michael Heinz zeigte sich in den anschließenden Interviews sehr zufrieden mit dem Ergebnis vom Alleingang seines Verbandes, rügte jedoch die mangelnde Unterstützung von anderen Brancheverbänden und Versicherungsgesellschaften. Besonders enttäuschend nannte er die Position vom GDV, der die bisherigen Praktiken von Online-Anbietern tatenlos hingenommen haben soll.

Über das Urteil dürften sich nicht nur die Verbraucherschützer freuen, sondern auch die stationären Versicherungsvermittler. Mit der Gerichtsentscheidung, die einen Präzedenzcharakter hat, wurde schließlich eine langersehnte Chancengleichheit unter den Marktteilnehmern hergestellt.

Bildquelle: wsf-f / fotolia.com


Das Abwandern der KFZ-Versicherung ins Internet bleibt aus

Das Abwandern der KFZ-Versicherung ins Internet bleibt aus

Geschrieben am: 11-09-2016

es ist wieder soweit – das Jahresendgeschäft in der KFZ-Versicherung steht vor der Tür. Nachdem der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die neuen Typ- und Regionalklassen für 2017 veröffentlicht hat, wird in den Werkstätten der Versicherer fleißig an konkurrenzfähigen KFZ-Tarifen getüftelt.

Was haben nun die Versicherungsmakler vom diesjährigen Trubel um die wechselwilligen KFZ-Kunden zu erwarten? Offensichtlich nicht allzu viel Neues. So zumindest lassen sich die Ergebnisse einer aktuellen Analyse der Customer Journey in der Kfz-Versicherung des Marktforschungsinstituts Heute und Morgen interpretieren. Demnach wird sich ca. zwei Drittel der Kunden ausführlich zum Thema KFZ-Versicherung informieren, um möglicherweisen ihren Anbieter zu wechseln. Der meistgenannte Auslöser dafür (bei ca. 57% der Befragten) ist die Unzufriedenheit mit dem aktuellen Versicherungsbeitrag.

Als erste Informationsquelle dient für die deutliche Mehrheit der potentiellen Wechsler (83%) das Internet. Dabei greifen 55% der Kunden auf die Vergleichsportale und 45% auf die Homepages der einzelnen Anbieter.

Interessante Erkenntnis der Studie – 61% der KFZ-Kunden, die sich auf die Suche nach den Wechseloptionen begeben, wechseln am Schluss gar nicht.

Die Kunden, die sich doch für einen Wechsel des KFZ-Versicherers entscheiden, schleißen den neuen Vertrag öfter bei einem persönlichen Berater (42%) als über das Internet (40%).

Generell erweist sich laut der Studie die persönliche Beratung in der KFZ-Versicherung nach wie vor als der wichtigste Abschlusstreiber. Vielmehr noch – alleinige Recherchen des Kunden im Internet haben sogar oft einen abschlusshemmenden Effekt für ihn, solange sich diese nicht in persönlicher oder telefonischer Kommunikation mit Beratern fortsetzen.

Kaum Änderungen gibt es auch im aktuellen Ranking von beliebtesten KFZ-Versicherern aus der Sicht von Versicherungsmaklern. Laut der aktuellen Veröffentlichung von AssCompact halten sich die drei Top-Favoriten stabil auf ihren Plätzen:

1. VHV Allgemeine Versicherung AG

2. AXA Versicherung AG

3. KRAVAG Allgemeine Versicherungs-AG

Bildquelle: Jakub Jirsák / fotolia.com


Schon wieder verursacht ein Senior am Steuer einen verheerenden Verkehrsunfall

Schon wieder verursachen Senioren am Steuer verheerende Verkehrsunfälle

Geschrieben am: 12-06-2016

immer wieder verlieren Senioren Kontrolle am Steuer und verursachen teils tödliche Verkehrsunfälle. So auch in gleich zwei Fällen innerhalb von 24 Stunden, am 7. und 8. Mai 2016, in Dortmund. Zwei Todesopfer, mehrere Verletzte und ein hoher Sachschaden sind die Folge. Die Auslöser der Tragödie waren jeweils 79- und 84-jährige Autofahrer mit gravierenden Fahrfehlern. Einzelheiten zu den Vorfällen gibt es hier.

Solche Szenarien liefern regelmäßig neuen Zündstoff für die Debatte über besondere Gefahren durch Senioren am Steuer. Nachlassende Fahrtüchtigkeit und Selbstüberschätzung im hohen Alter dienen als Argumente für Forderungen nach speziellen Fahrtests und medizinischen Untersuchungen für ältere Fahrzeuglenker.

Ein schwerwiegender ethischer Aspekt überlagert eine sachliche Befassung mit dem Problem – Ausgrenzung einer (immer größer werdenden) Gruppe der Verkehrsteilnehmer zugunsten der allgemeinen Sicherheit?

Noch heißt es aus Ministerien und Expertengremien fast einstimmig: „die Gruppe der Senioren ist Gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil pauschal betrachtet keine unfallauffällige Gruppe“. Aber auch in dieser Hinsicht könnte die anhaltende demographische Bevölkerungsentwicklung in der Zukunft für Korrekturen sorgen.

Allerdings, was sich in pauschalen Betrachtungen der Unfallstatistiken als unauffällig zeigt, sorgt aus den Schadenstatistiken von KFZ-Versicherern mittlerweile für auffälligen Handlungsbedarf. Die meisten Gesellschaften sehen in ihren Tarifen zur KFZ-Versicherung erhebliche Risikozuschläge bei Fahrzeugnutzung durch ältere Fahrer.

Hier können Sie unter Berücksichtigung der speziellen Kundensituation (wie z.B. Nutzeralter) schnell und unverbindlich die aktuellen Tarife zur KFZ-Versicherung vergleichen.

Bildquelle: Andrey Bandurenko / fotolia.com


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