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Die Selbstbeteiligung – das meist unterschätzte Sparpotenzial

Die Selbstbeteiligung – das meist unterschätzte Sparpotenzial

Geschrieben am: 08-01-2017

die Selbstbeteiligung wird von vielen Kunden als Manko im Versicherungsvertrag empfunden, vermutlich weil sie mit übrigen Abzügen des Versicherers im Versicherungsfall gleich gesetzt wird. Diese Negativbelegung wird zudem oft mit der sogenannten Vollkasko-Mentalität von einigen Kunden in Verbindung gebracht – „Wenn ich schon einen Versicherungsvertrag abschließe, dann möchte ich, dass der Schaden zu 100% beglichen wird“. Der Selbstbehalt wird von Verbrauchern also als Komplikation im Versicherungsvertrag und als Schikane im Versicherungsfall wahrgenommen.

Aus Sicht eines Versicherers ist die Selbstbeteiligung ein probates Mittel um Bagatellschäden im Bestand, auch Frequenzschäden genannt, von sich fernzuhalten. Auch wenn es makaber klingt, meist sind es gerade die vielen Kleinschäden, die die Schadenquoten der Versicherer nach oben treiben, und nicht die Großschäden, wie man es vermuten könnte. Der Grund ist – Großereignisse lassen sich einfacher statistisch erfassen und folglich präziser versicherungstechnisch kalkulieren. Zudem können die Erstversicherer ihre Verluste aus Großereignissen, wie zum Beispiel durch Naturkatastrophen oder Personenschäden, durch Rückversicherungsverträge eingrenzen. Dasselbe trifft bei Kleinschäden nicht zu.

Somit besteht bei den Versicherern ein großes Interesse möglichst viele Verträge mit Selbstbehalten zu vertreiben, welche jedoch auf eine relativ geringe Nachfrage bei den Kunden treffen. Diese Situation können sich die Versicherungsvermittler in ihren Vertriebsaktivitäten zunutze machen, wenn sie die besonderen Vorteile von Selbstbehalten in Gesprächen mit den Kunden thematisieren und ihnen bewusst machen.

Dafür müssten die Versicherungsvermittler zunächst ihre eigenen Vorbehalte gegenüber Selbstbeteiligung überwinden. Viele Kollegen sehen nämlich, aus den Erfahrungen in Vergangenheit, in den Tarifen mit Selbstbeteiligung ein verdecktes Konfliktpotential, das sich immer dann entfaltet, wenn im Schadenfall die Entschädigungsleistung an den Versicherungsnehmer gekürzt wird. In der heutigen Marktsituation der hohen Preissensibilität und Informationsstandes kann man den Kunden jedoch durchaus viel größere Versiertheit im Umgang mit wirtschaftlichen Finessen zutrauen, zu denen auch die Selbstbeteiligung in Versicherungsverträgen gehört. Fakt ist – die Direktversicherer haben es längst erkannt. Zahlreiche „nur-wenige-Klicks“-Produkte aus dem Internet werden automatisch mit Selbstbeteiligungen versehen um deren preisliche Attraktivität zu erhöhen. Das setzt den klassischen Versicherungsvermittler, der keine Selbstbeteiligungen empfiehlt, zusätzlich unter Druck.

Bei einigen Versicherungsprodukten können sich unterschiedliche Selbstbehaltsmodelle besonders vorteilhaft für den Kunden auswirken. Zum Beispiel in der privaten Krankenversicherung. Hier sind meist jährliche Beitragsrückerstattungen vorgesehen, wenn der Kunde keine Leistungen des Versicherers in Anspruch genommen hat. Somit ist der Kunde grundsätzlich interessiert die geringfügigen ärztlichen Behandlungen selbst zu bezahlen und die Rechnungen erst nicht an die Versicherungsgesellschaft heranzutragen. Eine moderate vertragliche Selbstbeteiligung taxiert diese freiwillige Selbstleistung und bringt die spürbare zusätzliche Beitragsersparnis zusätzlich.

Auch in der Rechtsschutzversicherung kann sie Selbstbeteiligung von großem finanziellem Vorteil für den Kunden sein. Die einschlägige Statistik besagt – ein Bundesbürger gerät alle vier Jahre in eine juristische Auseinandersetzung, als der Anspruchsteller, Beschuldigter oder Zeuge. Eine vereinbarte Selbstbeteiligung von 150 EUR bringt eine jährliche Ersparnis von durchschnittlich 100 EUR bei einem Jahresbeitrag von ca. 400 EUR in einem Rechtsschutzversicherungsvertrag (vier Bausteine, Familiendeckung). Somit spart der Kunde einen kompletten Jahresbeitrag (4 Jahre x 100 EUR Ersparnis), bevor er 150 EUR Selbstbeteiligung in einem möglichen Versicherungsfall wieder ausgeben müsste.

Die Wohngebäudeversicherung birgt ebenfalls ein großes Sparpotenzial durch die Selbstbeteiligung für den Kunden. Hier gilt es dem Kunden nur die Relation zwischen dem Selbstbeteiligungsbetrag und einem versicherten Schaden vor Augen zu führen. Im Versicherungsfall sind meist hohe Summen auf der Rechnung. Bei einem abgedeckten Dach spielt eine Selbstbeteiligung von zum Beispiel 300 EUR kaum eine große Rolle und kann ggf. durch handwerkliche Eigenleistung des Versicherungsnehmers mühelos ausgeglichen werden. Bleibt der Vertrag hingegen schadenfrei, so spart der Kunde durch die Selbstbeteiligung von Jahr zu Jahr mehrere Hundert Euro.

Bildquelle: lassedesignen / fotolia.com


Erdbeben – keine Gefahr für Deutschland?

Erdbeben – keine Gefahr für Deutschland?

Geschrieben am: 06-11-2016

die Erdbebenserie der letzten Monate lässt Italien weiter den Atem anhalten. Zuletzt gab es in der letzten Woche erneut einen Erdstoß in der Provinz Macerata. Die Geologen schließen weitere Beben nicht aus, weil der Untergrund durch jüngste Erschütterungen instabil geworden sein könnte.

Viele Menschen in Deutschland sind überzeugt, dass solche Vorkommnisse bei uns nicht möglich seien. Dabei gab es entgegen der weitläufigen Meinung Erdbeben auch in der Bundesrepublik. Das letzte schwere davon liegt 24 Jahre zurück. Damals gab es schwere Schäden im Raum Aachen-Heinsberg und sogar in Köln. Viele Menschen wurden verletzt, eine Person starb. Zum Vergleich: die Magnitude des schwersten Bebens im italienischen Bergdorf Accumoli vom 24. August 2016 mit verheerenden Folgen erreichte Werte zwischen 6,0 und 6,2 MW. Die Erdstöße von Aachen-Heinsberg erreichten eine Stärke von 5,9 MW. Die Differenz kann man kaum als entwarnend groß betrachten.

Auch wäre es leichtsinnig zu denken, dass die Erdbeben in Deutschland zu selten wären. Wie der Vulkankalender zeigt, sind leichte Erdbeben bei Experten hierzulande an der Tagesordnung.

Die Erdbebenkarte zeigt welche Regionen der Bundesrepublik am meisten von Erdstößen betroffen sind.

Unsere Empfehlung: achten Sie bei der Wahl einer Wohngebäude- oder Hausratversicherung auf Produkte mit Erdbebengefahr. Das Risiko Erdbeben ist ein Teil der optionalen Zusatzdeckung Elementarschadenversicherung. Diese leistet Ersatz für Schäden an Ihrem Eigentum durch Naturgewalten wie zum Beispiel:

  • Starkregen/Überschwemmung/Rückstau
  • Hochwasser
  • Schneedruck
  • Lawinen/Erdrutsch
  • Erdsenkung
  • Erdbeben
  • Vulkanausbruch

Entscheiden Sie sich am besten für Produkte, in denen die Erdbebengefahr inkludiert ist. Das ist unter anderem beim Tarif BOXflex von der AXA der Fall. Hier können Sie unverbindlich und kostenlos die aktuellen Tarife zur Wohngebäudeversicherung vergleichen.

Bildquelle: Antonio Nardelli / fotolia.com


Elementarschadenversicherung – ein Muss für jeden Hausbesitzer!

Elementarschadenversicherung – ein Muss für jeden Hausbesitzer!

Geschrieben am: 23-10-2016

es war die Stadt Simbach am Inn in Niederbayern, die von Umweltereignissen Ende Juni 2016 am schwersten betroffen wurde. Der kleine Bach wurde dort innerhalb weniger Stunden zu einer reißenden Flutwelle und richtete im beschaulichen Ort enorme Schäden an. Zahlreiche Häuser wurden von den Wasser- und Schlammmassen entweder komplett weggerissen oder so stark beschädigt, dass sie später abgetragen werden mussten. Viele Gebäude blieben unbewohnt.

Die versprochene Hilfe vom Staat lässt bis heute auf sich warten. Laut Medienberichten (hier zum Nachlesen) wächst der Unmut der betroffenen Hausbesitzer zunehmend.

Die Tragödie von Simbach war nur eine von vielen, sich häufenden, schadenträchtigen Naturkatastrophen auf dem Bundesgebiet in den letzten Jahren. Und dennoch wies der Fall eine besondere Brisanz auf und trug damit zur aktuellen Diskussion um Staatliche Hilfen und Versicherungsleistungen nach Hochwasserereignissen bei – der Großteil der Stadt liegt in der niedrigsten Hochwasser-Gefährdungsklasse und wäre somit problemlos gegen Elementarschäden versicherbar gewesen.

Die Branchenexperten beschäftigen sich nun mit der Frage – wie gerechtfertigt sind staatliche Hilfen und somit die Belastung der steuerzahlenden Allgemeinheit in den Fällen, wo zuvor offensichtlich an der Elementarschadenversicherung gespart wurde? Denn auch wenn viele Medienbeiträge und Verbraucherschützer das Gegenteil behaupten: knapp 99% der Häuser in Deutschland sind mit dem simplen Baustein Elementar in der Wohngebäudeversicherung ohne Komplikationen abdeckbar.

Zu befürchten ist, dass in einigen Fällen des fehlenden Versicherungsschutzes gegen Elementargefahren die betreuenden Makler zur Verantwortung gezogen werden. Angesichts der gewöhnlich hohen Entschädigungsforderungen in der Elementarschadenversicherung könnten solche Haftungsfälle existenzbedrohende Züge für Versicherungsvermittler annehmen.

Unserer Empfehlung daher – sprechen Sie den Baustein Elementar bei jedem Vertragsabschluss zur Wohngebäudeversicherung an. Lassen Sie die Elementarschadenversicherung auch bei jeder Übernahme der Kundenbetreuung per Maklerauftrag nicht unbeachtet. Die ausdrückliche Ablehnung der Elementardeckung durch den Kunden gehört zu Ihrer Haftungssicherheit in jedes Beratungsprotokoll!

Bildquelle: Leonard Zhukovsky / fotolia.com


Der große Wohngebäudeversicherung-Test

Der große Wohngebäudeversicherung-Test – nur 30 Anbieter empfehlenswert

Geschrieben am: 21-05-2016

in kaum einer anderen Versicherungssparte ist derzeit so viel Bewegung, wie in der Wohngebäudeversicherung. Fast alle Anbieter sanieren derzeit ihre Altbestände und bringen gleichzeitig neue, innovative aber auch meist wesentlich teurere Tarife auf den Markt. Fakt ist – die Wohngebäudeversicherung gilt bei Gesellschaften schon seit Jahren als defizitär. Doch die aktuellen, fast gleichzeitigen Aktionen der Versicherer wirken wie ein plötzliches Erwachen in der gesamten Assekuranz. Das Jahr 2013 – das sogenannte Extremjahr der deutschen Versicherungswirtschaft – könnte einer der Gründe dafür sein. Der schwerste Hagelschaden in der Geschichte der Branche, die Überschwemmung der Elbe und zahlreiche Stürme haben zur merklichen Verteuerung der Rückversicherung für Wohngebäudeversicherer geführt. Das hinterlässt bis heute Spuren in den Bilanzen der Versicherer. Und auch die Prognosen der Umweltforscher zu Naturkatastrophen geben keinen Anlass zur Entspannung der Situation in der Zukunft.

Das Magazin Finanztest hat im aktuellen Heft Ergebnisse des großen Tests zur Wohngebäudeversicherung veröffentlicht. Verglichen wurden insgesamt 97 Tarife. Nur 30 davon hält die Redaktion des renommierten Verbrauchermagazins für empfehlenswert. Diese bieten unter anderem solche wichtigen Zusatzleistungen, wie Einschluss von Abbruchkosten und Verzicht auf Leistungskürzungen bei grob fahrlässigem Verhalten des Kunden.

Eine weitere Erkenntnis aus dem Test – die Prämien zur Wohngebäudeversicherung klaffen teilweise extrem weit auseinander. Zum Beispiel für ein Modellhaus (Altbau in Potsdam) verlanden die Versicherer im Vergleich zwischen 238 und 809 EUR.

Zu den TOP-Versicherern mit umfangreichen Leistungen zu günstigen Prämien gehören unter anderem AXA mit „BOXflex“, HUK24 mit „ClassicPlus“ und Bayerische mit „Prestige“. Im PDF-Dokument finden Sie die gesamten Testergebnisse.

Was tun, wenn ein Kunde eine Änderungskündigung oder gar eine Kündigung zum Ablauf von seinem Versicherer erhält? In Einzelfällen empfiehlt es sich das Angebot des Versicherers zunächst anzunehmen oder sonst eine Einigung mit ihm über den Fortbestand des Vertrages zu erzielen. Möglich sind Einschluss von Selbstbeteiligung, Wegnahme von Rabatten, Risikozuschlag usw. Das Ziel sollte sein den Vertrag bei dem alten Versicherer bis zur nächsten Hauptfälligkeit zu behalten um ihn dann fristgerecht durch Eigenkündigung aufheben zu lassen. Bei einer Kündigung durch den Vorversicherer drohen dem Kunden nämlich erhebliche Nachteile beim Abschluss des neuen Vertrages.

Einem Versicherungsmakler sollte daran gelegen sein, seine Wohngebäudebestände durch eine sogenannte eins-zu-eins-Umdeckung bei einem neuen Versicherer einzudecken. Ein wesentlicher Vorteil für den Makler – die Umdeckung erfolgt per Liste, d.h. die Verträge müssen nicht einzeln angefasst werden. Der Kunde bekommt beim neuen Versicherer einen neuen, leistungsstarken Tarif meist zur alten, günstigen Prämie.

Eine solche Umdeckung bietet zurzeit die AXA an. Hier erhält der Kunde durch die Umdeckung zusätzlich eine Innovationsgarantie – sein Vertrag bekommt in der Zukunft sämtliche Leistungserweiterungen des Versicherers automatisch eingeschlossen. Sprechen Sie uns dazu gerne an.

Bildquelle: wemm / fotolia.com


Test - Versicherer mit der besten Wohngebäudeversicherung

Versicherer mit der besten Wohngebäudeversicherung

Geschrieben am: 20-03-2016

die Ratingagentur Franke und Bornberg ist in der Assekuranz eher als ein Spezialist für Bewertungen von Produkten für Alters-/ krankenvorsorge und Arbeitskraftabsicherung bekannt. Seit ein Paar Jahren beschäftigt sich die Agentur allerdings auch intensiv mit Kompositversicherungen, wie Hausratversicherung, Unfallversicherung, Wohngebäudeversicherung und Privathaftpflichtversicherung. Die Überlegung des renommierten Ranking-Experten liegt auf der Hand – die Auswertung von Vorsorgeprodukten ist eine so komplexe Aufgabe, dass der Sprung in die Sachversicherungswelt keine große Herausforderung mehr für erfahrene Analyseprofis mehr sein dürfte. Zudem hat die Ratingsagentur, die sich den Produktvergleichen für Branchenprofis verschrieben hat, offensichtlich rechtzeitig erkannt, dass die Niedrigszinsphase und Provisionskürzungen in Vorsorgeprodukten der letzten Zeit unweigerlich für Verschiebung des Maklervertriebes in die Kompositsparten sorgen werden.

Bereits in 2012 veröffentlichte Franke und Bornberg das marktweit erste Rating für Wohngebäudeversicherung, das neben der Produktqualität auch die Anforderung des jeweiligen Verbrauchers an den Versicherungsschutz berücksichtigte. Nun folgte Ende 2015 gemeinsam mit Focus Money unter dem Titel „diese Wohngebäudeversicherungen sind ihr Geld wert“ ein Nachschlag (http://www.focus.de/finanzen/versicherungen/test-wohngebaeudeversicherung-schutz-vorm-donnerwetter_id_4985318.html). Fazit der Studie: für das gewählte Musterhaus bekommt man einen umfassenden Versicherungsschutz je nach Region bereits für rund 200 Euro im Jahr. Für den Test durchleuchteten die Experten von Franke und Bornberg 62 Tarife von 38 Gesellschaften hinsichtlich ihrer Versicherungsbedingungen für Wohngebäudeversicherung.

Hier sind die besten Wohngebäudeversicherer laut Test:

Gesellschaft

Tarif/Kombination

Rating

Note Rating

Note Prämie

Note gesamt

Domcura

Einfamilienhauskonzept – TOP-Schutz

FFF

1

2

1,3

Waldenburger

Grunddeckung

FFF

1

2

1,3

AXA

BOXflexEFH/ZFH – Wohnflächenmodell

FFF

1

2,5

1,5

degenia

casa optimum

FFF

1

2,5

1,5

Medienversicherung

Premium-WFL

FF+

1,5

1,5

1,5

WGV

OPTIMAL-Tarif

FFF

1

2,5

1,5

Allianz

Wohngebäude SicherheitPlus (PrivatSchutz), RohrbruchBest, GebäudePlus

FFF

1

3

1,6

Generali

KomfortPlus WFL

FFF

1

3

1,6

InterRisk

Konzept XXL ohne Beitragsanpassung

FFF

1

3

1,6

Janitos

Best Selection

FFF

1

3

1,6

Badische Allgemeine

Exklusiv

FF+

1,5

2

1,7

HUK-Coburg

Wohngebäudeversicherung Classic

FF+

1,5

2

1,7

Debeka

Top

FF+

1,5

2,5

1,8

Helvetia

Komfortschutz (Variotarif)

FFF

1

3,5

1,8

Continentale

ImmoGuard XXL

FF+

1,5

3

2

Dolleruper

Top

FF+

1,5

3

2

Bildquelle: Alexander Raths / fotolia.com


Party kostet halbe Mio EUR - leistet die Wohngebäudeversicherung?

Party kostet halbe Mio EUR – leistet die Wohngebäudeversicherung?

Geschrieben am: 12-03-2016

„Unsere Eltern sind sauer“ – sagte die Tochter des Hauses. Und das nicht ohne Grund. Die Hausbesitzer sind in den Urlaub gefahren und haben ihre zwei Kinder im Teenageralter ohne Aufsicht zu Hause gelassen. Die beiden Sprösslinge taten, ganz sich überlassen, das, was alle Jugendlichen in der Situation wohl tun würden – ordentliche Hausparty feiern. Die Fete verlief wohl offensichtlich ganz im Stil von Hollywood-Streifen und endete mit einem Brand und großem Feuerwehreinsatz. Besonders ärgerlich für gutgläubige Eltern – das Einfamilienhaus war frisch saniert. Nach Schätzung der Polizei beträgt die Schadenhöhe stolze 500.000,00 EUR. Einzelheiten zum Fall können Sie unter diesem Link nachlesen http://www.fnp.de/rhein-main/blaulicht/500-000-Euro-Schaden-bei-Wohnhausbrand;art25945,1798322

Ob dieser Schadenfall auch zu einem Leistungsfall wird hängt nun ganz vom gewählten Produktpaket zur Wohngebäudeversicherung ab. Höchstwahrscheinlich war das unachtsame (=grob fahrlässige)Handlung von Teenagern die Ursache des Brandes. Die herkömmliche Wohngebäudeversicherung deckt keine Schäden ab, die auf grob fahrlässiges Verhalten des Versicherungsnehmers oder seiner Repräsentanten zurückzuführen sind. Zwar kommt einem der Begriff „fahrlässiges Verhalten“ bereits angesichts der Tatsache, dass die beiden Heranwachsenden von ihren Eltern alleine zu Hause gelassen worden sind, in den Sinn doch hat diese Tatsache alleine keine Auswirkung auf die Leistungspflicht des Versicherers. Der Sohn der Hauseigentümer war der Schilderung nach zum Zeitpunkt des Geschehens 19 Jahre alt und somit ihr formell zulässiger Repräsentant.

Die modernen Standarddeckungen in der Wohngebäudeversicherung schließen oft Leistungen bei Schäden durch grob fahrlässiges Verhalten bis zu einer bestimmten Höhe (meist 10.000,- EUR) ein. Im hier vorliegenden Fall wäre solche Versicherungsdeckung bei Weitem nicht ausreichend.

Die erweiterten Leistungspakete, meist mit Bezeichnungen „Exklusiv“, „Komfort“ o.ä., können je nach Versicherer Schäden durch grob fahrlässiges Verhalten bis zur Versicherungssumme abdecken. Sollte das ausgebrannte Haus durch eine solche versichert sein, so könnte die Geschichte einen glimpflichen Ausgang für die Familie haben.

Durch diesen Link können Sie schnell und unverbindlich die aktuellsten Tarife zur Wohngebäudeversicherung vergleichen http://www.setana.de/vergleich-gebaeudeversicherung/

Bildquelle: erika8213 / fotolia.com


Versicherung zahlt nicht für Stehpinkler

Keine Haftung für Stehpinkler

Geschrieben am: 31-01-2016

die Mieter dürfen im Stehen urinieren – so entschied kürzlich das Landgericht Düsseldorf (Az.: 12 S 13/15). Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung stand ein Streit um die Schäden an empfindlichen Natursteinböden in Bad und Gäste-WC einer Luxuswohnung. Diese sah der Vermieter der Wohnung durch die Kleinspritzer entstanden, die der ausgezogene Mieter durch das Stehpinkeln schuldhaft verursacht hätte. Der Mieter wies die Schadenerstansprüche zurück und der Fall landete vor Gericht. Mehr dazu können Sie unter dem Link nachlesen: http://www.handelsblatt.com/finanzen/steuern-recht/recht/stehpinkler-urteil-in-duesseldorf-steter-tropfen-hoehlt-den-stein/12580446.html#

Die Begründung des Richters könnte nun weite Kreise schlagen, und sogar manch einen Familiensegen stören. Denn, nach seiner Ansicht, “das Urinieren in einer aufrechten Körperhaltung bei männlichen Personen nicht unüblich ist”. Im richterlichen Spruch ist sogar von „unvermeidbaren Kleinspritzern“ die Rede. Solche Billigung eines rudimentären männlichen Verhaltens in sanitären Einrichtungen wird bei einigen Hausfrauen sicherlich keinen Anklang finden)))

Uns interessieren jedoch in erster Linie die Folgen dieser Gerichtsentscheidung für evtl. Schadenregulierung durch einen Versicherer, denn dieser wäre sicherlich die nächste Instanz für die geschädigte Partei bei der Suche nach einem Schadenersatzträger nachdem der Stehpinkler selbst nicht belangt werden könnte. Weder der Privathaftpflichtversicherung des Mieters noch der Wohngebäudeversicherung des Vermieters wäre die Schadenregulierung in diesem Fall zuzumuten. Da sich die Verätzung der Oberflächen durch Urinspritzer offensichtlich über einen längeren Zeitabschnitt hingezogen hat, handelt es sich hierbei um einen sog. Allmählichkeitsschaden. Allmählichkeitsschäden gelten bei den gängigen Versicherungspolicen als ausgeschlossen.

Bildquelle: Yuli / fotolia.com


Die Elementarschadenversicherung für Hausbesitzer bleibt in Deutschland vorerst keine Pflicht

Keine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden – Makler sind gefragt

Geschrieben am: 20-12-2015

die Elementarschadenversicherung für Hausbesitzer bleibt in Deutschland vorerst keine Pflicht. Grund dafür seien europarechtliche Bedenken, wie es vom Vorsitzenden der Justizministerkonferenz im Juni 2015 hieß. Nichtsdestotrotz sind sich die Justizminister der Länder einig, dass staatliche Hilfen – etwa für Flutopfer – in der Zukunft davon abhängen werden, ob der Betroffene hinreichende Bemühungen unternommen hat, einen Schaden abzuwenden und sich zu zumutbaren Bedingungen versichern zu lassen. Mit anderen Worten – wer nichts unternommen hat, kann auch kein Geld vom Staat kassieren. Unterstützung bei Elementarschäden erfolgt demnach nur, wenn das Haus nicht versicherbar ist – und das trifft lediglich auf ca. 1% der Gebäude in Deutschland zu. Betroffen von der Regelung sind sowohl Privathaushalte als auch Gewerbebetriebe.

Das Risikobewusstsein der Hauseigentümer in Deutschland ist trotz der zahlreichen Medienberichten zu Hochwasser-Ereignissen zu gering. Zukünftig würde offensichtlich der Versicherungsmakler im Schadenfall unter Generalverdacht geraten, seinen Kunden unzureichend zu Elementargefahren beraten zu haben.

Unsere Empfehlung – beugen Sie die Haftungsfalle vor. Weisen Sie Ihre Kunden auf die o.g. Tatsachen auf. Bei größeren Beständen könnte ein Rundschreiben an Versicherungsnehmer mit Informationen zum Thema Abhilfe schaffen. Ein Rücksendeformular über die Kenntnisnahme vom Versicherungsnehmer würde Ihre Beratungsdokumentation optimal ergänzen.

Unser Versicherungsbüro in Hamburg erlaubt Kunden, Interessenten und Maklern über folgenden Link unverbindlich und ohne Registrierung die aktuellen Tarife zur Wohngebäudeversicherung zu vergleichen: http://www.setana.de/vergleich-gebaeudeversicherung/

Bildquelle: Robert Kneschke / fotolia.com


Erdbeben in Hessen – die unterschätzte Gefahr

Geschrieben am: 28-05-2014

und es gibt sie doch – die Erdbeben in Deutschland! Das meist unterschätzte Risiko aus den Elementarschaden-Deckungen in der Bundesrepublik hat sich zuletzt am 19.05.2014 wieder realisiert (siehe Artikel im Anhang).

Hier ist ein Auszug aus der Richterskala:

Richterskala

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den gesetzlichen Unfallschutz genießen bekanntlich alle Arbeitnehmer in Deutschland während der sozialversicherungspflichtigen Arbeitszeiten sowie auf direkten Wegen zu und von der Arbeitsstelle. Die Frage die sich vor Allem in Verbindung mit den Wegeunfällen immer wieder stellt – wie direkt muss […]

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